Lanzarote

Lanzarote 

Land und Leute

Lanzarote stellt wie kaum eine andere Insel eine Art Gesamtkunstwerk dar. Andererseits ist keine der anderen (kanarischen) Inseln so lebendiger Zeuge vulkanischer Aktivitäten wie Lanzarote. Der Maler, Architekt, Künstler und Visionär César Manrique hat die Insel wie kein Zweiter geprägt, indem er die Traditionen der Insel bewahrt und mit der Moderne verbunden hat, vor allem aber die vulkanische Besonderheiten der Insel künstlerisch in seine Arbeit aufgenommen hat und Lanzarote damit einzigartig machte. Er trug maßgeblich dazu bei, aus der Insel erst jenes Juwel zu machen, das sie heute ist.

Während auf den großen Kanareninseln Gran Canaria und Teneriffa der Tourismus Anfang der 60ger Jahre bereits boomte, befand sich Lanzarote zu diesem Zeitpunkt noch in guter alter bäuerlicher Tradition, um nicht zu sagen Armut. Hier setzte der Tourismus erst Anfang der 70ger Jahre ein. Natürlich gibt es aus dieser Zeit auch Bausünden, wie die Baukomplexe in den für den Tourismus entworfenen Urbanisationen Costa Teguise oder Puerto del Carmen bezeugen. Jedoch konnte Manrique dazu beitragen, dass das Bewusstsein der Einwohner für die Tradition und die Bewahrung der Natur geschärft, und so deutlich weniger Raubbau an den natürlichen Schätzen der Insel getrieben wurde als es auf anderen Kanareninseln der Fall war.

Ihr Status als erste Insel, die komplett von der UNESCO als Biosphärenreservat ausgewiesen wurde und die Tatsache, dass über die Hälfte der Insel unter Naturschutz stehen, verhindern heute weitgehend die Ausbreitung weiterer Bausünden.

Genießen Sie auf dieser außergewöhnlichen Insel das Farbspiel der Vulkankegel, der erstarrten Lavafelder und bizarren Formationen vulkanischer Aktivität einerseits; bestaunen Sie anderseits aber auch die spektakulären Werke Cesar Manriques, der architektonisch richtungweisende Gebäude unter Einbeziehung der vulkanischen Umgebung geschaffen und die Insel dafür bekannt gemacht hat, dass Mensch und Natur durchaus eine Symbiose eingehen können ohne dass zwangsläufig einer der Partner hierunter zu leiden hat. Sehen Sie sich auf Lanzarote um und sie werden verstehen, warum viele Gäste immer wieder hierher zurückkehren!

Anreise

Die Anreise in den Lanzarote Urlaub erfolgt vom europäischen Festland und den britischen Inseln aus in aller Regel per Charterflug. Der Nonstopflug dauert zwischen 4 und 4 ½ Stunden. In der Hauptsaison kann es sich auch lohnen, Linienflugpreise zu überprüfen, da diese günstiger als Charterflüge sein können. Allerdings muss dafür dann aber auch ein Umstieg in Madrid oder Barcelona in Kauf genommen werden.

Transfer

Lanzarote steht unter den sieben Hauptinseln der Kanaren an vierter Stelle, was die Größe der Insel anbelangt. Die beiden Urlaubsorte Costa Teguise und Puerto del Carmen werden von Transferbussen in 20-30 Minuten schnell erreicht. Etwas länger dauert es in den Süden, nach Playa Blanca. Wenn Sie in einem Landhotel im Landesinneren untergebracht sind (Agrítourismo) oder eine Ferienwohnung gemietet haben, ist meist kein Transfer im Preis inkludiert und die Fahrt in die Unterkunft erfolgt in diesem Fall per Taxi oder mit einem für die Urlaubsdauer gemieteten Auto.

Sehenswertes und Ausflugsmöglichkeiten

Auf kleiner Fläche bietet Lanzarote so viel, dass Sie für den gesamten Urlaub ein ausgedehntes Programm zusammenstellen können. Besonders spektakulär ist eine Fahrt durch den Süden der Insel, wo die vulkanische Vergangenheit Lanzarotes besonders stark zutage tritt. Die Straße auf dem Weg nach Westen zur Lagune El Golfo führt mitten durch einen erstarrten schwarzen Lavastrom. Bei El Golfo sehen Sie, wie die erstarrte Lava ins Meer geflossen sein muss und wie die Brandung des Atlantiks heute an diesem Ende der Inseln nagt. Einer der Höhepunkte einer Lanzarotereise ist der Timanfaya-Nationalpark mit den sogenannten Feuerbergen. Zwischen 1730 und 1736 und zuletzt 1824 gingen von hieraus die letzten Vulkanausbrüche Lanzarotes aus, die fast ein Viertel der einst recht fruchtbaren Insel unter Lavaströmen, Schutt und Geröll begruben. Die Feuerberge oder auf spanisch Montanas del fuego leuchten heute noch in braunen Erdtönen, aber auch in schwefeligem Gelb, in feuerrot, kupfergrün und tiefschwarz. Der Nationalpark wurde 1974 eingerichtet und mit Timanfaya nach einem der verschütteten Dörfer benannt. Bis zum Besucherzentrum auf einem kleinen Berg fahren Sie mit dem eigenen Auto, das hier abgestellt werden muss, denn die eine Besichtigung ist nur im Rahmen einer Führung per geschlossenem Bus möglich. Aber diese lohnt! Im Anschluss daran sehen Sie rund um das Besucherzentrum, wie die immer noch vorhandene vulkanische Aktivität heute noch genutzt werden kann. Unter anderem schießt in eine Erdspalte gegossenes Wasser aufgrund der Hitze wie ein Geysir ins Freie. Die Hitze reicht sogar aus, um als eine Art Barbecue für das Restaurant im Besucherzentrum zu dienen und um leckere Steaks und Hähnchenkeulen zu grillen. Das Besucherzentrum entstand ebenfalls unter Leitung und Entwurf von César Manrique. Sollten Sie in Timanfaya mit der Inselerkundung beginnen, so bekommen Sie hier sicher schon Lust darauf, mehr von Manrique zu sehen. Empfehlenswert ist in jedem Fall die Besichtigung des einzigartigen Wohnhauses von Manrique nahe Tahiche. Auf unterschiedlichen Ebenen hat Manrique sein Haus in eine Lavablase hineingebaut, so dass neben den ausgestellten Bildern vor allem das Haus an sich bereits ein absolut sehenswertes Kunstwerk darstellt! In jedem Fall besuchen sollten Sie dann die Jameos del Agua, wobei das spanische jameo Einsturz, in diesem Fall einer Lavadecke über darunter befindlichen Höhlen, bedeutet. Die Verbindung dieses Naturdenkmals mit der Genialität Manriques architektonischer Spielfreude ist einfach einmalig! Auf Ihrer Inselerkundung sollten Sie aber in jedem Fall auch den Mirador del Río mit Traumblick auf die kleine Nachbarinsel Graciosa auf dem Programm haben, genauso wie Manriques letztes großes Werk, den bezaubernden Kaktusgarten jardin del cactus.

Mobil vor Ort

Es existiert ein Linienbusnetz, dessen zentraler Knotenpunkt sich in der Inselhauptstadt Arrecife befindet. Die Erkundung der Insel mit Linienbussen ist aber nicht wirklich empfehlenswert, da die meisten Orte nur wenige Male am Tag angefahren werden und sich eine Inselrundfahrt auf diese Weise mehr als mühsam gestaltet. Um die Insel auf Reisen mit all ihren Facetten erkunden zu können, ist ein Mietwagen nahezu unabdingbar. Auch hier gilt, dass die Versicherungsleistungen bei einer Vorausbuchung von Deutschland aus umfangreicher sind, und im Vergleich Mietwagen günstiger von Deutschland aus gebucht werden können. Auch wenn Sie den Mietwagen nicht direkt am Flughafen übernehmen, kann bei Vorausbuchung ab Deutschland eine Hotelzustellung angefragt werden.

Sportmöglichkeiten

Im Ferienort Costa Teguise genauso wie in Puerto del Carmen ist Windsurfen ebenso wie Kite-Surfen und Wellenreiten möglich. Besonders beliebt hierfür ist der Famara-Strand an der Nordküste Lanzarotes. Die Insel ist ein beliebtes Ziel bei Surfern. In den letzten Jahren wird das Angebot an Drachen- und Gleitschirmflugmöglichkeiten stetig ausgebaut. Für Taucher gibt es interessante Spots, denn der vulkanische Charakter der Insel setzt sich unter Wasser z.B. mit Lavablasen fort, die Sie im Rahmen eines Tauchgangs erforschen. Natürlich ist aber auch die Meeresfauna und -flora, besonders bei la Mala, zu bewundern. Für Pferdeliebhaber gibt es zwei Reitställe auf der Insel, die Ausritte hoch zu Ross anbieten. Viele Radfahrer schätzen die Insel mit Ihrem trockenen Klima und Ihrer hügeligen Landschaft, so dass zunehmend Mountainbiker Lanzarote als Radfahrziel entdecken. Für Golfer mag es sicher Inseln mit einer größeren Auswahl geben, hat doch Lanzarote bislang nur einen einzigen Golfplatz.

Ausgehen und Nightlife

Lanzarote bietet Nightlife zum Beispiel in der Hauptstadt Arrecife, aber das Angebot im Vergleich mit den Hauptstädten Santa Cruz und Las Palmas der großen Kanareninseln weniger umfangreich. Die üblichen Vergnügungsmöglichkeiten wie Bars und Discotheken finden sich in den Urlaubsorten Costa Teguise, Puerto del Carmen und zum Teil auch in Playa Blanca.

Shopping und Souveniers

Schöne Mitbringsel von Lanzarote sind solche, die Sie nicht unbedingt kaufen können. Lavaerde in allen Farben findet sich auf der ganzen Insel. Wenn Sie Glück haben, entdecken Sie einen oder mehrere Olivine - ein Halbedelstein, der auf Lanzarote im Lavageröll vorkommt und wie der Name bereits vermuten lässt von olivgrüner Farbe ist. Eine Spezialität der Insel ist der hier produzierte Wein. Der Weinanbau wird auf Lavaerde betrieben. Jeder Weinstock in die Mitte einer mit Lavaerde zu einem Trichter geformten Mulde an den tiefsten Punkt gesetzt, so dass die Wände des Lavaerdetrichters nach außen hin ansteigen. Verstärkt wird dies durch einen Ring von Lavasteinen, die den Trichter kranzförmig umschließen. Auf diese Weise wird der sich in der kühleren Nacht ansammelnde Tau ins Innere des Trichters - also an den Weinstock - und damit an die Wurzeln geleitet. Diese Kunst wurde vom Metropolitan Museum of Art in New York schon in den 60ger Jahren des 20. Jahrhunderts als Ingenieursbauleistung von Weltrang (ohne dass dafür ausgebildete Ingenieure am Werk gewesen wären) gelobt. In jedem Fall prägt dieser Weinanbau das Landschaftsbild von Lanzarote, und durch die viele Sonne hat ein Wein auf Lanzarote einen ganz besonderen Geschmack, weshalb es ihn außerhalb der Insel nur sehr selten zu kaufen gibt.

Währung und Zahlungsmittel

Offizielle Währung (wie in ganz Spanien) ist der EURO. In der Regel empfiehlt sich in der Reisekasse die Mitnahme eines kleineren Bargeldbestandes. Zahlung mit Kreditkarte bzw. Abhebungen mit Kredit- oder EC-Karte an diversen Geldautomaten ist problemlos möglich. Reiseschecks werden nicht benötigt.

Baden und Strände

Baden ist an vielen Stränden der Insel möglich, wenn auch die Strände von Lanzarote oft dunklen bis sogar tiefschwarzen Vulkansand aufweisen, und sich schwer tun, mit den kilometerlangen weißen Sandstränden der Nachbarinsel Fuerteventura gleichzuziehen. Besonders bekannt und berühmt sind die sogenannten Papagayo Strände im Südosten der Insel. Deren Sand ist hell und die Buchten dieser Strände bieten glasklares Wasser. Da die Strände unter Naturschutz stehen, darf dort nicht gebaut werden, und es führt nur eine für PKW gebührenpflichtige Straße an die Papagayo Strände. Nichts desto trotz zählen sie zu den schönsten Stränden der Insel, sie sollten sie in jedem Fall währen Ihres Aufenthalt auf Lanzarote einmal besuchen. An den letzten beiden Stränden ist auch FKK möglich.

Tipp des Hin und Weg Urlaubreporterteams

Erleben Sie Lanzarote und spüren Sie die Urgewalt und Kraft dieser von vulkanischer Aktivität geprägten Insel. Vielleicht zieht es Sie auch in die kleineren und ursprünglicheren Dörfer wie Uga oder Yaiza, in denen Sie in alten Fincas und Landgütern auch Unterkünfte mit besonderem Flair finden. In jedem Fall sollten Sie den Timanfaya-Nationalpark besuchen. Staunen Sie über den Einfallsreichtum und die Genialität des Künstlers und Architekten Manriques, der diese Insel zu dem Gesamtkunstwerk gemacht hat, was sie heute ist. Natürlich kommt die Erholung nicht zu kurz. Träumen Sie an den schönen Papagayo-Stränden oder machen Sie einen Tagesausflug mit der Fähre zur nahegelegenen Nachbarinsel Fuerteventura. Als besonderer Restaurant-Tipp empfiehlt sich das la Era in Yaiza auf Lanzarote, das aus einem Bauernhof mit mehreren Räumen entstanden ist und mit hervorragender kanarischer Küche in ländlichem Ambiente glänzt! Übrigens: wer möchte, kann die Inseln Lanzarote und Fuerteventura natürlich im Rahmen eines Urlaubs auch kombinieren, und bekommt so vielleicht den besten Eindruck überhaupt der ostkanarischen Inseln.